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Karlsruhe: "Donkey to go"

12
Aug

 

 „Donkey to go“ – oder Das Wandern ist des Esels Lust 

 Was wird dem Neuling in Sachen Eselwandern eingebläut?

Das Tempo gibt der Esel vor! Mit diesem Gedanken betreten mein Mann und ich den Storchenhof, gelegen zwischen Rußheim und Huttenheim als Herberge der Eselnothilfe im Raum Karlsruhe.

Wir sind  zwar keine Neulinge in Sachen Eselwandern, aber als ich in der Zeitung las, dass auch im Landkreis Karlsruhe die Möglichkeit besteht, mit Eseln auf (Tages-) Wanderung zu gehen, war ich so elektrisiert als wäre es der erste Ausflug mit einem Graufell.

Nach Ankunft auf dem Storchenhof werden wir sehr herzlich von Frau Oberacker von der Noteselhilfe in Empfang genommen. Unsere heutigen beiden Eseldamen, eine ehemalige Zirkuseselin mit Namen Klein Erna, die ihrem Namen alle Ehre macht und die spanische Großeselin Erika, stehen auch schon gebürstet und gestriegelt bereit. Nach einer gründlichen Einführung in den Umgang mit unseren neuen Wandergesellen kann es dann endlich losgehen.

Storchenhof

Gleich kanns los gehen!

Jeder bekommt ein Eselchen mit einem Führstrick an die Hand. Sehr schnell testet Erika, für die dieser Ausflug eine kulinarische Reise bedeutet, auf den ersten Metern, was ihre „Neue Herde“  so alles mitmacht. Alle drei Meter stehen bleiben, Gräser zupfen, Löcher in den blauen Himmel gucken, einfach umdrehen und zurücklaufen. Klein Erna orientiert sich dabei immer an ihrer großen Freundin. Warum sollte sie denn weiter laufen und auf die Leckereien am Wegesrand verzichten, wenn Erika vorne sich gerade am Buffet bedient? Aber sehr schnell sind die Fronten und die Rangordnung geklärt und beide laufen problemlos mit; Klein Erna etwas langsamer, aber sie ist ja schon eine alte Dame, und Erika sehr flott, immer mit einem Auge entlang der Wegbegrünung. Vorbei geht’s an einem Badesee, wo wir auf staunende Blicke von den dortigen Badegästen stoßen, ein Stückchen neben der Straße entlang, bis wir dann querfeldein zwischen Maisfeldern entlang marschieren. Schon kommt die erste Herausforderung: während Erika ganz locker an den Maisfeldern vorbei läuft, da diese nicht ganz ihren kulinarischen Präferenzen entsprechen, kann sich Klein Erna kaum mehr halten und trabt zielstrebig hinein. Leider haben Eselsaugen keine ausgeprägte Tiefenschärfe und die Kleine stolperte mitten in die Maisstangen. Was sie aber nicht davon abhält, im Stolpern noch ein köstliches Stück Maiskolben zu erhaschen.

So gehen wir gemächlich voran und gönnen dabei unseren vierbeinigen Begleitern immer wieder eine Auszeit zum Grasen, die wir nutzen, um die gemütlichen Graufelle zu beobachten und ausgiebig zu streicheln. Hat ein Esel nämlich Vertrauen zu seinem Menschen gefasst, ist er sehr anhänglich und fordert seine Streichel- und Bürsteinheiten ein.

Storchenhof

Auch bei Bananenschalen sagt Erika nicht Nein

Langsam bekommen auch wir Hunger und suchen uns ein schönes Plätzchen, um unsere mitgebrachte Picknickdecke auszubreiten. Wir haben eine große Kleewiese gefunden, die auf Klein Erna und Erika  so anziehend wirkt, dass wir sie einfach stehen lassen können, ohne sie anzubinden.

Während beide mit ihren Mäulern in aller Seelenruhe den Klee rupfen, packen wir gleich daneben unsere mitgebrachten Brote aus. Das Rascheln der Tüten weckt gleich Klein Ernas Interesse, und zielstrebig steuert sie mit ihrem Schnuffel voran auf unseren Rucksack zu, den sie akribisch untersucht.

Storchenhof

Klein Erna auf Schatzsuche

Ihre Neugier wird belohnt, sie hat nämliche die Möhren entdeckt, die wir für die beiden als besonderen Leckerbissen mitgenommen haben. Das lockt sogar Erika an, die ihren Klee links liegen lässt und genüsslich ein paar Möhrenstücke zermalmt. Wir alle lassen noch eine Weile satt und entspannt die Seele baumeln; Klein Erna hat sich sogar abgelegt und schaut zufrieden in die Weltgeschichte.

Storchenhof

Klein Erna ruht sich aus

Dennoch müssen wir uns aufraffen und machen uns langsam auf den Rückweg zum Storchenhof. Dort wieder angekommen endet ein wunderschöner, entspannter Ausflug. Die letzte Möhre wird gezückt und es heißt Abschied nehmen von unseren neuen, liebgewonnenen Freunden.

 

Bis zum nächsten Mal auf dem Storchenhof – wir kommen wieder!!!!!

Storchenhof

Iaaah – Auf Wiedersehen

 

Mein Fazit: Das Wandern mit einem Esel ist ein ganz spezielles Erlebnis. Geduld und Durchsetzungsvermögen sind das Wichtigste was bei einer Wanderung mit einem Esel zählt. Was soll man sonst auch machen, wenn sich die saftige Wiese verlockender präsentiert als der Wanderweg. Wer sich aber mit einem Augenzwinkern auf die liebenswerten Graufelle einlässt, wird unterwegs so einiges über sich selbst und seine langohrigen Wandergesellen lernen und total entschleunigen.



2 Kommentare »

  1. Hallo,

    vielen lieben Dank für den tollen, sehr schön geschriebenen Beitrag. Man sieht auch wirklich auf den Bildern, dass es allen Vieren Spaß gemacht hat. Ich freu`mich auf ein wiedersehen! Liebe Grüße Ira

    Ira Oberacker — 12. August 2014 @ 13:18
  2. Hallo, vielen Dank für den tollen, sehr schön geschriebenen Text. Freut mich, dass es so gut gefallen hat und man sieht allen Vieren an, dass sie Spaß hatten. Liebe Grüße und bis bald Ira Oberacker

    Ira Oberacker — 12. August 2014 @ 13:24

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