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Weinbergwanderung mit Stadtgeschichte

12
Okt

Welche Zeit ist die schönste Zeit für eine Stuttgarter Stäffelestour? Eine gute Frage, auf die wie ich finde nur eine Antwort passt, jede! Für den Schimmelhüttenweg im Stuttgarter Stadtbezirk Süd ist jedenfalls der Spätsommer und der Herbst mit am idealsten.

Schimmelhüttenweg

So machte sich Ende September eine elfköpfige Gruppe auf diese Erlebniswanderung kennen zu lernen. Los geht es am Stuttgarter Marienplatz im Stadtteil Karlshöhe. Stadt geschichtlich gibt es hier viel zu erfahren, wie zum Beispiel die Gründung der Zahnradbahn im Jahre 1884 sowie über den Bau des Luftschutzbunkers während des 2. Weltkriegs. Weiter über die ehemalige Bundesstraße, heute die Möhringer Straße, auf den Spuren des leider kanalisierten Nesenbachs. Über die Staffel in der Verlängerung der Adlerstraße, Stadtteil Heslach ist bereits erreicht, erreichen wir den Schimmelhüttenweg hinter den neuen Gebäuden des Marienhospitals.
Der Schimmelhüttenweg ist wohl noch ein alter Handelsweg, der von der Filderebene ins Tal des Nesenbachs, heute Bezirk Süd, hinab führt. Neben der üblichen Methode Waren und Handelsgüter auf eigenem Rücken oder auf einfachen Karren zu transportieren, waren wohl auch schon Pferde im Einsatz. Dabei hatte man die Schimmel wohl am ehesten im Auge und in Erinnerung gehabt und so entstand der Name Schimmelhütte für eine ehemalige Versorgungsstation. Dieser alte, traditionsreiche Weg hat auch heute noch den Charakter aus vergangenen Jahrhunderten. Pflastersteine auf dem Boden und hohe Weinbergmauern aus Sandstein begleiten uns bis hoch auf den Haigst, ein Stadtteil welcher zu Degerloch zählt.
Unterwegs entdeckte die Gruppe nicht nur tolle Tiefblicke auf Heslach und Südheim, sowie die Lerchenreinschule welche durch Paul Bonatz erbaut wurde. Vielmehr wurden die noch heute bestehenden Weinberge, der seit Mitte des 15. Jahrhunderts bekannten Weinlage, Degerlocher Scharrenberg bestaunt. Weinlagen im Stuttgarter Innenstadtkessel drohten in den vergangenen Jahrzehnten langsam aus zu sterben. Doch neben der Stadt Stuttgart, mit Ihrem eigenen Weingut, arbeiten noch heute private, selbstständige Winzer an an dem kostbaren Kulturgutes des Stuttgarter Weins. Nach erreichen der heutigen Schimmelhütte ging es städtisch weiter, unter der Zahnradbahnbrücke aus den 60er Jahren zum Aussichtspunkt am heutigen Santiago de Chile Platz. Fantastische Ausblicke auf die gesamte Stuttgarter Innenstadt empfingen uns. Bei gutem Wetter sind am Horizont bereits die Ausläufer der Löwensteiner Berge zu erkennen.
Nach einer kurzen Pause beschloss die Gruppe nicht wie ursprünglich geplant die “Zacke” zurück zum Marienplatz zu wählen, vielmehr wollte man Stuttgarts Stäffele näher kennenlernen.
Wie folgten der Straße Im Haigst bis zur gleichnamigen Staffel. Nachdem wir die alte Weinsteige, welche heute als Zahnradbahn Trasse bekannt ist, überquerten waren wir bereits im nächsten Stadtteil, der Weinsteige. Über die Fritz-Münch-Staffel, einem visionären Schneidermeister aus der Stadt, Erfinder des Handy Anzugs im Jahr 1954(!), erreichten wir nach kurzweiligen knapp 2 Stunden und 20 Minuten das Lehenviertel. Nur noch einen kurzen Abstieg über die Liststaffel und wir waren am Ausgangspunkt am Marienplatzes zurück.
Wer nun Lust an einer Stuttgart Wanderung bekommen hat kann natürlich Kartenmaterial im Internet finden und vieles auf eigene Faust entdecken. Eine geführte Tour ist natürlich etwas ganz anderes. Geschichtlicher und aktueller Hintergrund wird auf spannende Weiße erzählt. Nicht nur der Schimmelhüttenweg ist eine lohnende Stadtwanderung auch der so genannte Blaustrümpfler Weg, ebenfalls im Bezirk Süd. Für diesen sollte man sich jedoch etwa 4 Stunden Zeit nehmen.
Da war unser Weg ja fast ein Spaziergang. :-)

 



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