Lieblings-Beiträge

Autoren

Beiträge als E-Mail-Abo

Blog via E-Mail abonnieren

Gib Deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Themen

Blogroll

Facebook

Mit dem Segway durch die Stuttgarter Weinberge

27
Mrz

Sechs Grad sind es heute, an diesem Nachmittag Ende März. Die Sonne hat sich zwar heute früh kurz gezeigt, dann aber schnell wieder hinter schützenden grauen Wolken verzogen. Nichts Außergewöhnliches also. Sechs Grad Ende März.

Das perfekte Wetter, um der inneren Couchpotato ein letztes Mal Einlass zu gewähren und zu versuchen, diese hoffentlich letzten grauen Tage zu akzeptieren, bevor endlich wieder der Frühling Einzug erhält mit seinen Farben, seiner Wärme und seinen Düften.

Aber Moment: Wer hat das gesagt? Dass es kein schlechtes Wetter gibt, sondern nur schlechte Kleidung? Bestimmt irgend so ein Klugscheißer mit Thermounterwäsche und Garderobe aus Merinowolle. Na gut, das können wir nicht auf uns sitzen lassen.

Wir wollen heute Segway fahren, und zwar in den Weinbergen. Sechs Grad, da können wir doch nur lachen! In your face, sechs Grad! Wir haben heute trotzdem Spaß, und zwar draußen!!

Das Weinbaumuseum in Stuttgart Uhlbach

 

Es ist mein erstes Mal auf einem Segway, diesen elektronisch betriebenen Steh-Rollern, und ich habe keinerlei Vorstellungen, wie es sich anfühlen wird. Als Kind war ich recht gut auf meinem Bobbycar, dann werd ich das mit links schaffen.

Wir treffen uns vor dem Weinbaumuseum in Stuttgart Uhlbach, und ich staune wie jedes Mal über dieses schöne alte Fachwerkhaus. Allerdings muss sich die Architektur heute dem Abenteuer unterordnen, denn schon kommt ein weißer Van angefahren, und mehrere Segways werden ausgeladen.

Andächtig lauschen wir unserem Guide

Andächtig lauschen wir unserem Guide (Foto: Romy Maurer)

Unsere Guides heute sind Jürgen und Holger, und bevor wir uns in die Weinberge stürzen, brauchen wir natürlich eine Einführung in die Kunst des Fahrens.

Nach und nach helfen die beiden meinen Mitfahrern beim Aufsteigen, und als ich an der Reihe bin, werde ich tatsächlich nervös. In meiner naiven Vorstellung hatten Segways einfach ein Gas- und ein Bremspedal, gibt es aber gar nicht. Das Vorankommen wird durch das Verlagern des eigenen Körpergewichts gesteuert, ohne Knopf, Pedal und am Erschreckendsten: ohne Bremse.

Also eigentlich ganz intuitiv: wenn ich nach vorne will, dann lehne ich mich nach vorne. Wenn ich anhalten will, nach hinten.

Sieht bei den Guides ganz einfach aus, aber ich schäme mich zuzugeben: ich habe richtiggehend Angst!

Ich stelle mich bei den ersten Proberunden auch äußerst dämlich an. Wie ein steifer Fisch fühle ich mich auf den ersten Metern und ich ertappe mich bei dem Gedanken, wann ich denn auf einmal alt geworden bin! Mit dem Fahrtwind und dem innerlichen Aufkeimen der Endorphine verschwindet aber zum Glück meine Steifheit, und ich verstehe endlich das Geheimnis.

Man muss „es fühlen“, eins werden mit dem schnurrenden Gerät unter sich. Ich bemerke, dass es in unserem Grüppchen noch mehrere steife Fische auf Proberunde gibt und rufe aus: „Leute, ihr müsst fließen! Fließen!“

Nach ein paar Minuten des Warmfahrens (und damit meine ich nicht die Temperatur) befinden unsere Guides uns für straßenverkehrstauglich, und im Gänsemarsch verlassen wir den Übungsplatz in Richtung freier Wildbahn. Sobald wir auf der Straße sind, erwächst in mir das altbekannte Bedürfnis, Rennfahrer Biberle zu spielen, und erleichtert lache ich über meine Angst und fühle mich wieder jung! Puh das war knapp…

 

Ab geht's durch die Weinberge

Ab geht’s durch die Weinberge  (Foto: Romy Maurer)

Bergauf geht es in die Uhlbacher Weinberge, vorbei an den kargen Reben, und immer wieder sieht man die Grabkapelle auf dem Württemberg durchspitzeln. Es ist ein herrlicher Ausblick, und über Stock und Stein genießen wir die Geschwindigkeit und den Fahrtwind. Angeblich fahren unsere Segways um die 20 km/h, aber ich bin mir sicher, wir sind viiiel schneller. Dreistellig, auf jeden Fall dreistellig.

Unsere Fahrt bringt uns vorbei an der Katharinenlinde, und sogar an der Grabkapelle machen wir einen Zwischenstopp. Wie immer ist der Blick ins Tal herrlich. Leider bemerke ich, dass meine Hände trotz Handschuhen ziemlich taubgefroren sind, es ist wirklich sehr kalt heute. Der Spaß und das Erlebnis trösten aber eindeutig darüber hinweg.

Königin Katharina würde staunen...

Königin Katharina würde staunen…

Über eine Stunde düsen wir durch die Weinberge, schaffen eine gefährliche Todeskurve und hopsen mehr oder weniger elegant über Bürgersteige.

Wer sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen will, hat die Wahl zwischen der Weinberg-Segway Variante, oder einer Entdeckungsfahrt durch die Stuttgarter Innenstadt.

Bei der Weinberg Rundfahrt ist als krönender Abschluss sogar noch eine 2er Weinverkostung im Weinbaumuseum inkludiert, selbstverständlich nach der Tour. So kann man den leckeren Wein genießen, durch dessen Reben man eben noch geheizt ist: eine herrliche Kombination.

 

Willkommen im Weinbaumuseum

Willkommen im Weinbaumuseum

Voraussetzung für die Fahrt auf einem Segway ist ein Führerschein egal welcher Klasse (bitte mitbringen), und ein Mindestgewicht von 45 kg.

Was ich allerdings noch hinzufügen würde, wären Thermounterwäsche und Merinowolle..

Aber letzten Endes war es wohl ganz gut, dass ich so gefroren habe: sonst würde ich heute noch durch die Weinberge düsen!



Keine Kommentare »


RSS feed for comments on this post. TrackBack URL



Leave a comment



<   Zurück