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Stadtteilentdeckertour – Grünwinkel

8
Sep

Grünwinkel – das hört sich doch gut an: Idyllisch, gemütlich, überschaubar. Das waren meine Erwartungen, bevor ich mich bei sonnigem aber windigem Spätsommerwetter aufs Fahrrad schwang und losradelte. Aus der Innenstadt raus in Richtung Westen führte mich der Weg an der Alb entlang, bevor ich die Südtangente per Brücke überquerte und plötzlich in einem Gewerbegebiet stand. Ich checkte erstmal meinen ausgedruckten Stadtplan um sicher zu gehen, dass ich auch richtig war. Ich war richtig. Ein bisschen desillusioniert fuhr ich die Bannwaldallee weiter entlang, vorbei an vielen Gebäuden mit den unterschiedlichsten Unternehmen darin. An einer Ecke mit einer kleinen Kneipe bog ich ab und sah sofort ein einladendes Schild: Kesselhaus. Das hatte ich schon mal gehört, also fuhr ich weiter und stand nach wenigen Metern vor dem Backsteingebäude mit dem hohen Schlot.

 

Krähwinkel

Meine Aufmerksamkeit wurde aber von etwas anderem abgelenkt: Eine bunte Krähe. Durch meine gute Vorbereitung wusste ich natürlich was es damit auf sich hat. Zum 300. Stadtjubiläum haben die Grünwinkel-Bewohner sich ein besonderes Stadtteilprojekt überlegt: Schulen, Vereine und andere Institutionen konnten 3 Monate lang die Krähenskulpturen individuell gestalten, die schönste Krähe wurde bereits gekürt. Nun stehen im ganzen Stadtteil die bunten Genossen auf Wiesen, Plätzen und Gassen und freuen sich über jeden, der sie entdeckt. Von nun an fuhr ich mit wachsamen Augen weiter und suchte so viele Krähen wie möglich.

Ich setzte meine Tour fort und passierte den Westbahnhof bevor ich die Schienen überquerte und wieder in einem Gewerbegebiet landete. Diesmal wusste ich aber, dass die Zivilisation nicht weit war und fuhr in nördliche Richtung. Ehe ich mein nächstes geplantes Ziel erreichte erblickte ich ein komplett grün bewachsenes Haus mit rot bepflanzten Blumenkästen. Ein absoluter Hingucker! Wenige Meter weiter sah ich mein Ziel: Das Gasthaus Beim Schupi mit dem Volkstheater d´Badisch Bühn. Der Biergarten war leider noch geschlossen, sodass ich mein geplantes Päuschen verschob.

Grünwinkel ist doch grün

Einmal kurz um die Ecke gebogen und schon stand ich mitten im Grünen. So hatte ich mir das vorgestellt: Idyllisch schlängelt sich die Alb zwischen den Wiesen hindurch, eine Weide hängt ihre Äste ins Wasser, ein Reiher wartet am Ufer auf Beute und im Hintergrund hört man fröhliches Kinderlachen von einem Spielplatz. Ich nutzte den Moment für eine kleine Pause auf einer Bank an der sogenannten Wäscherinnentreppe (eine Infotafel hat mich schlauer gemacht), schloss die Augen und genoss die Sonne.

Ein paar Minuten saß ich so da doch das Summen einer Wespe trrieb mich zur Weiterfahrt. Ich folgte der Alb, passierte einige Spielplätze, ein paar Brücken und viel Natur ehe ich auf einer Anhöhe eine ganz kleine Kirche entdeckte. Eine weitere Infotafel informierte mich, dass es sich um die Albkapelle handelte und diese eine besondere Geschichte hinter sich hat. 1759 wurde die Kirche als Maria-Hilf-Kapelle errichtet, allerdings an einem ganz anderen Ort als diesem, nämlich der ehemaligen Dorfmitte von Grünwinkel. Nachdem die Bürger im Jahr 1909 eine neue größere Kirche erhielten, drohte die Kapelle zu verfallen. Der Direktor der Sinner A.G., Dr. Robert Sinner, ließ daraufhin die Kapelle abtragen und an ihrem heutigen Platz wieder aufbauen. Mit dem nebenstehenden Kirschbaum ist die Kapelle ein ausgezeichneter Ort für einen Nachmittag mit Buch im Schatten.

Gut wohnen, gut arbeiten, gut leben – geht hier alles!

Mein weiterer Weg führte mich aus der grünen Lunge heraus in ein kleines Wohngebiet mit herzallerliebsten Reihenhäuschen. Auch die Heidenstückersiedlung gefiel mir mit ihrer Mischung aus alten und modernen Häusern auf Anhieb. Dank meinen kleinen ungeplanten Umwegen (Orientierung ist wohl keine meiner Stärken…) konnte ich ein paar Krähen mehr knipsen.

Meine kleine Tour endete am Robert-Sinner-Platz. Die Brauerei Hatz-Moninger ist an diesem Platz beheimatet und der gemütliche Biergarten sah sehr einladend aus. Ich entschied mich jedoch gegen ein Bier und setzte mich mit einem Kaffee auf eine blaue Bank und nahm mir ein Buch aus einer der öffentlichen Bücherboxen, welche neben der Bank stehen. Das hatte ich mir nach meiner Fahrradtour verdient!

Mein Fazit: Grünwinkel hat viele Seiten, das geschäftige Gewerbegebiet, das idyllische Grün an der Alb aber auch Aldi, Lidl und Co. fehlen hier nicht und bieten den Bürgern alles, was sie zum Leben brauchen. Man hat das Gefühl, sich nicht in Karlsruhe sondern in einem kleinen Ort mit eigener Dynamik zu befinden. Die Baustellen vermisst hier jedenfalls niemand. 😉

Die Grünanlage mit der Alb ist auf jeden Fall ein super Ausflugstipp für eine Fahrradtour mit Picknickkorb im Gepäck!

P.S.: Ich habe immerhin 10 Krähen an diesem Tag entdeckt 🙂

 



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