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Mit schaurigen Spukgeschichten durch‘s schöne Durlach

26
Sep

An einem schönen Sommertag im Juli hieß es: Kostümführung durch Durlach! – Der heutige Stadtteil Karlsruhes war ja einst der Ausgangspunkt für die Entstehung der Fächerstadt. Durlach, mit seiner schönen Altstadt, liegt zwar vom Stadtkern Karlsruhes etwas weit ab vom Schuss. Jedoch sollte man Durlach bei Karlsruher Entdeckungstouren nicht übersehen!

 

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Steht man auf dem alten Marktplatz in Durlach und schaut dann hoch zum Himmel, so sieht man die evangelische Durlacher Stadtkirche und daneben das Rathaus – beides wunderbar restauriert und sehr fotogen!

 

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Die Statue auf dem Durlacher Rathaus. Manche behaupten, die Figur könnte auch jemand anderes darstellen. Doch es überwiegen die Belege dafür, dass es sich um Karl II. von Baden-Durlach handelt –Spitzname: „Karl mit der Tasch'“. Er verlegte seine damalige Residenz von Pforzheim nach Durlach.

Über die Kostümführung in Durlach bin ich gestolpert, als ich auf der Suche nach einer ganz normalen Stadtführung für Karlsruhe gewesen bin. Ich dachte mir: „So etwas klingt ja auch interessant! Vielleicht mache ich das ja auch irgendwann mal… doch zunächst: die Standard-Stadtführung!“ Aus dem „irgendwann mal“ ist dann ein „recht bald“ geworden, da mir die interessante Beschreibung dieser Kostümführung nicht mehr aus dem Kopf gegangen ist: Die weiße Frau vom Turmberg „wandelt mit Ihnen durch schummrige Gässchen und verborgene Winkel des alten Markgrafenstädtchens…“ – für alte Sagen und Legenden, hatte ich schon immer etwas übrig, gerade wenn sie kunstvoll rübergebracht werden!

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Die Teilnehmergruppe lauscht den Ausführungen von der „weißen Frau vom Turmberg“, Frau Susanne Hilz-Wagner. Im Hintergrund: Der Brunnen des alten Marktplatzes.

Auf dem alten Marktplatz zu Durlach: Die Kostümführung beginnt

An diesem einen Abend im Juli fand ich mich auf dem alten Marktplatz in Durlach ein, zusammen mit den anderen Teilnehmern dieser unterhaltsamen Stadtführung. Die „weiße Frau vom Turmberg“ wandelte auf uns zu und begrüßte uns alle zur Stadtführung, um dann wenig später in ihre Rolle zu schlüpfen.

Die „weiße Frau vom Turmberg“ ist eine Kunstfigur, die auf „wahren“ Begebenheiten beruht – so wahr eine Legende eben sein kann. Es hieß, vor einigen hundert Jahren, im mittelalterlichen Durlach, da gab es eine Spukerscheinung, und zwar auf dem Turmberg.

(Für alle, die es nicht wissen: Der Turmberg ist der Hausberg von Karlsruhe und liegt direkt an Durlach angrenzend. In meinem Blogbeitrag über gute Karlsruher Aussichtspunkte, taucht der Turmberg ebenfalls auf.)

An einem historischem Gebäude in Durlach kann man ein interessantes Detail erkennen, wenn man genau hinschaut...

An einem historischen Gebäude in Durlach kann man ein interessantes Detail erkennen, wenn man genau hinschaut…

...es ist leider nicht klar, welche genaue Bedutung diese Fratze hat.

…es handelt sich um ein Fratzen-Bildnis. Leider ist nicht geklärt, welche genaue Bedeutung diese Fratze hier hat.

Vom Gipfel des Turmbergs, hinunter nach Durlach

…dieser Geist, der dort auf dem Turmberg zuhause gewesen sein soll, das war eine Frauengestalt, ganz in Weiß gekleidet. Mit einem langen Schleier, der um sie herum wehte, umkreiste sie nachts zur Geisterstunde den Gipfel des Turmbergs. Jeder, der den törichten Fehler begangen hatte, zur späten Stunde noch auf dem Turmberg zu verweilen, bekam es mit dem Spuk dieses Geistes zu tun!

Frau Susanne Hilz-Wagner ist die Schöpferin dieser Sagen-Figur und verkörpert diese bei ihren regelmäßigen Kostümführungen. Natürlich ist die Gruppe an diesem Abend nicht Ziel ihres Unwesens. Heute Abend ist die „weiße Frau vom Turmberg“ heruntergekommen, um uns wohlwollend Einblick zu geben in die alte Zeit – mit ihren Legenden, Sagen und kleinen Schauergeschichtchen.

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Die Nikolauskapelle zu Durlach.

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Ein vergittertes Tor am Saumarkt, hinter dem Rathaus gelegen. Hier kann man erkennen, wie stark der Untergrund aufgeschütttet wurde. Eigentlich war es einmal ein relativ hohes Tor gewesen.

Eine Welt aus längst vergangener Zeit

So wandeln wir mit ihr durch die Altstadt Durlachs und lauschen an mehreren Stationen ihren Erzählungen aus der Zeit des Aberglaubens und der Schreckgespenster. Los geht es am alten Marktplatz. Die „weiße Frau“ lässt uns, mit ihrer Beschreibung der damaligen, mittelalterlichen Zeit, eintauchen in eine für uns fremde Welt. Eine Zeit der Brunnenvergifter und Seuchen, eine Zeit der Kriege und Plünderungen, sowie einer Zeit, in der die Menschen für übernatürliche Erscheinungen offen waren und auch an sie glaubten.

Historische Facts kommen nicht zu kurz

Neben den schaurigen Geschichten, erfahren wir Teilnehmer auch vieles über den historischen Hintergrund von Durlach. So zum Beispiel über die erste urkundliche Erwähnung der Stadt Durlach im Jahre 1196. Und auch diese urkundliche Erwähnung ist zugleich verknüpft mit einem schaurigem Vorfall, nämlich dem eines brutalen Mordes!

Genauso erschreckend sind die kurzen Ausführungen zum Überfall der Franzosen unter Ludwig dem XIV.auch „Türken-Louis“ genannt. Das Jahr 1689 sollte man sich hier gut merken. Die Plünderungen und Brandschatzungen dieses Pfälzischen Erbfolgekrieges [überarbeitet] waren für Durlach so heftig gewesen, dass danach nur noch fünf Häuser stehen geblieben sind. Auch der Verlust an Menschenleben war entsprechend groß. In diesem Zusammenhang wird auch erklärt, wie es zu dem Straßennamen „Siebenmannstraße“ gekommen ist. Solche geschichtlichen Hintergründe, die noch heute im Stadtbild wiederzufinden sind, finde ich immer sehr interessant!

Ich möchte hier in diesem Blogbeitrag nicht allzu viel über die Einzelhalten der Geschichten und Anekdoten verraten, denn solch eine Kostümführung lebt natürlich vom Live-Miterleben, und nicht vom Nachlesen. 🙂

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Was an diesen Mauern mit seinen eisernen Ringen passiert ist…

das erfahrt ihr in der führung

…erfahrt ihr ebenfalls während der Stadtführung. 😉

Die Vergehen der Milchfrau

Eine Schauergeschichte aus diesem Stadtrundgang muss ich hier jedoch zum Besten geben, denn sie zeigt gut, was einen Teilnehmer bei einer solchen Kostümführung erwartet. Außerdem zeigt diese schaurige Legende ganz gut, wie stark der Spuk und der Aberglaube im Leben der Menschen verankert gewesen sein muss.

Es ist die Geschichte einer Milchfrau, die im mittelalterlichen Durlach lebte. Diese Milchfrau hatte eine gewisse kriminelle Energie und hat ihre Milch regelmäßig gepanscht, das heißt: Mit Wasser heimlich verdünnt. Ein vergleichbares Vergehen würden heutzutage vielleicht vor Gericht enden und für eine kleine Meldung in der Zeitung reichen. Doch damals war dies ein sehr schwerwiegendes Vergehen und hatte vor allem eine schlimme Nachwirkung der übernatürlichen Art! Denn nach ihrem natürlichen Tod (sie wurde nie wegen dieses Vergehens überführt), soll sie in ihrem Wohnhaus umhergespukt sein. Sie bekam ihren Frieden nach dem Tod also nicht, sondern musste in der mysteriösen Zwischenwelt aus Leben und Tod ausharren.

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Am Preußen-Denkmal, in der Nähe der Nikolauskapelle…

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…folgen weitere Erläuterungen zur Historie diese Stadtteils und eine weitere Schauergeschichte gibt es noch oben drauf!

Was tun, wenn die Milchfrau spukt?

Verständlicherweise hatte dies auch für die Bewohner des Hauses unangenehme Folge. Viele Versuche wurden unternommen, um die Milchpantscherin aus diesem Haus zu vertreiben und den Spuk zu beenden. Doch erst ein Schornsteinfeger schaffte es. Er bekam eines Nachts den Geist der Frau zu packen und zog sie zu dem Galgen am heutigen Schindweg (damals war dies der Standort des Durlacher Galgens). Dort  angekommen, wurde der Geist der Milchfrau an diesen Platz gebunden und seitdem spuckt sie dort, rundum den ehemaligen Galgen.

Und wie sieht es aus, wenn ein solcher Geist spuckt? Nun, zum einen wurde überliefert, dass dort, auf dem Boden rundum den Galgen, gar kein Gras mehr wachsen konnte. Außerdem erzählten sich die Menschen, dass man nicht zu diesem Ort gehen sollte, wenn die Geisterstunde geschlagen hat. Denn dann bekämen vorbeigehende Bürger aus dem Nichts eine Ohrfeige verpasst – und einen großen Schreck noch dazu!

Der schöne Basler Turm.

Das schöne Basler Tor in der Abendsonne.

erläuterungen zum Stadttor, welches das einzige von vier Stadtoren ist, das die Zeit überstanden hat.

Erläuterungen zum Stadttor „Basler Tor“: Es ist das einzige von vier Stadttoren, das die Zeit überstanden hat.

Auf zur nächsten Geisterstunde?

Viele Geistergeschichten, von denen die „weiße Frau vom Turmberg“ zu erzählen weiß, finden zur Geisterstunde statt. Bei mir ist es seit der Kindheit wieder in Vergessenheit geraten, doch die klassische Geisterstunde war ja immer die Stunde zwischen Mitternacht und 1 Uhr.

Vielleicht mache ich mich ja bald auf, um zur Geisterstunde all die Stellen in Durlach und Umgebung aufzusuchen, von denen uns die „weiße Frau vom Turmberg“ berichtet hat. Vielleicht spukt es dort ja immer noch? Wenn ja, dann käme ich zwar mit einem riesen Schrecken wieder zurück, jedoch auch mit spannendem Material für den nächsten Blogbeitrag! 😉

 

Ergänzung: Wer sich für weitere Kostümführungen interessiert, wird bei Frau Hilz-Wagner ebenfalls fündig. So ist „Auf den Spuren der Markgräfin Magdalena Wilhelmina“ ebenfalls eine Kostümführung von ihr, ebenfalls in Durlach. Weitere Infos unter http://artregiotours.de/empfehlungen/ .



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