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Kulturdonnerstag: Hinter den Kulissen des SWR Symphonieorchesters

17
Nov

An diesem Kulturdonnerstag geht es klangvoll zu  – wir durften nämlich einen Blick hinter die Kulissen des SWR Symphonieorchesters werfen und exklusiv bei einer Probe sowie beim Konzert hinter der Bühne dabei sein! Mit etwas Glück könnt ihr auch selbst ein Konzert besuchen, wir verlosen 1 x 2 Konzerttickets für das Abo-Konzert 3 des SWR Symphonieorchesters, wahlweise am 24. oder 25. November 2016. Schickt uns einfach bis zum 22. November eine Mail an events@stuttgart-tourist.de und schreibt uns, warum gerade ihr das SWR Symphonieorchester live erleben solltet! Hier findet ihr die Teilnahmebedingungen.

Ich konnte schon an vielen Proben von Chören und Orchestern teilnehmen, aber dieses Mal ist es etwas Besonderes: Ich habe die Möglichkeit das SWR Symphonieorchester beim Proben für das Abo-Konzert 2 und schließlich auch bei der Aufführung in der Stuttgarter Liederhalle hinter den Kulissen zu begleiten.

Die Proben beginnen …

Ich schleiche mich in den Beethoven-Saal und versuche nicht zu sehr aufzufallen, da ich niemanden stören möchte. Einige Musiker spielen sich ein, andere essen noch schnell ihr mitgebrachtes Brot auf und viele schwatzen miteinander. Es fällt auf, dass einige der Musikerinnen und Musiker sich erstaunlich förmlich begrüßen, obwohl sie an den gleichen Pulten sitzen. Dazu muss man wissen, dass das SWR Symphonieorchester in der jetzigen Zusammensetzung erst seit September 2016 existiert. Es wurde zusammengeführt aus Musikern des ehemaligen Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR und des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg. Weil nun um die 170 Musiker zum gleichen Orchester gehören, haben sich einige noch nie gesehen, weshalb sie sich jetzt erst kennenlernen und sich aufeinander einspielen müssen.

Die erste Probe zum Abo-Konzert 2 im Beethoven-Saal der Liederhalle.

Die erste Probe zum Abo-Konzert 2 im Beethoven-Saal der Liederhalle.

Der Gastdirigent, Dima Slobodeniouk, tritt charismatisch auf und hat das Orchester direkt im Griff. Die Verständigung ist fast nur auf Englisch, aber alle Musiker wissen, was Slobodeniouk von ihnen möchte. Der zweite Durchgang durch Igor Strawinskys „Petruschka“ klingt direkt viel beherzter und einheitlicher als der erste Versuch. Ich schleiche mich quer durch den Saal und probiere mal hier, mal dort einen Sitzplatz aus, um mir den meiner Meinung nach akustisch am besten geeigneten Platz zu sichern. In der Pause gehe ich ins Foyer und sehe einen Posaunisten, wie er einer Schulklasse sein Instrument erklärt und die Schüler auch selbst versuchen lässt, Töne aus diesem großen Instrument herauszubekommen.

Zwei Tage und zwei Proben später komme ich zum Künstlereingang der Liederhalle und darf mich während des Konzerts in den Aufenthalts- und Umkleideräumen der Musiker umschauen. Neben Tontechnikern, Mitarbeitern des Orchestermanagements und Angestellten der Liederhalle treffe ich dort auch auf die Orchesterwarte des Symphonieorchesters. Diese sind unter anderem dafür zuständig, dass alle Noten und jeder Notenständer an seinem Platz ist, dass niemand über offen gelegte Kabel stürzt und der Umbau zwischen den einzelnen Stücken reibungslos abläuft. Da vor dem Konzert bereits alles vorbereitet ist, haben sie erst mal nicht so viel zu tun und schwatzen munter mit den Anwesenden.

So sieht das aus, wenn die Orchesterwarte sich den Aufbau der Schlaginstrumente und Pauken merken müssen.

So sieht das aus, wenn die Orchesterwarte sich den Aufbau der Schlaginstrumente und Pauken merken müssen.

Vor dem Konzert findet im Saal aber erst noch die Werkeinführung für diejenigen Zuhörer statt, die sich intensiver mit dem Konzertprogramm auseinandersetzen möchten. Über einen großen Fernseher kann man backstage sehen, was gerade auf der Bühne passiert, sodass alle wissen, was gerade dran ist. Die Spezialkamera dafür ist an der Chorempore angebracht und vom Zuschauerraum aus kaum zu sehen.

Die meisten Musiker haben ihre Instrumentenkästen durch Fotos personalisiert.

Die meisten Musiker haben ihre Instrumentenkästen durch Fotos personalisiert.

Die Kontrabass-Transportkisten eignen sich auch für Späße …

Die Kontrabass-Transportkisten eignen sich auch für Späße …

Kurz vor dem Konzert …

Es herrscht eine lockere Atmosphäre und niemand wirkt nervös, zu oft schon haben die Profimusiker auf großen Bühnen gestanden. Einige gehen ihre Noten noch einmal durch, andere planen den nächsten Urlaub oder zeigen die neuesten Fotos ihrer Kinder. Als die Werkeinführung vorbei ist, dürfen alle noch mal auf die Bühne, um sich einzuspielen und ein letztes Mal die Noten durchzugehen.

So sieht ein Posaunist den Zuschauerraum des Beethoven-Saals.

So sieht ein Posaunist den Zuschauerraum des Beethoven-Saals.

Um kurz vor 20 Uhr werden die Musiker dann von den Orchesterwarten gebeten, zurück in den Backstage-Bereich zu kommen. Die Musiker bringen sich auf beiden Seiten der Bühne in Stellung, alle haben das passende Instrument in der Hand. Hier und da wird noch eine Fliege zurechtgerückt und die Konzentration vor dem Konzert wird spürbar, auch wenn die Stimmung immer noch recht locker ist – Profis eben!

Die Musiker bringen sich vor dem Konzert in Stellung und warten auf das Zeichen zum Einlaufen.

Die Musiker bringen sich vor dem Konzert in Stellung und warten auf das Zeichen zum Einlaufen.

Es geht los!

Punkt 20 Uhr setzen sich die Musiker in Bewegung und gehen unter Applaus auf die Bühne.

Augenblicklich tritt Ruhe hinter der Bühne ein und wir warten ab, bis die Konzertmeisterin Natalie Chee zum Stimmen ansetzt. Schließlich kommt Dima Slobodeniouk auf die Bühne und die Spannung ist zum Greifen nah. Alle sind parat, aufmerksam und das Konzert beginnt mit den „Sinfonischen Metamorphosen“ von Paul Hindemith. Hinter der Bühne verfolgen wir unter anderem auf dem Bildschirm, was da auf der Bühne so vor sich geht. Was ich jedoch viel spannender finde, sind die Gucklöcher für das Backstage-Personal, die man sich wie Bullaugen bei einem Schiff vorstellen muss.

Blick durch eines der „Bullaugen“.

Blick durch eines der „Bullaugen“.

Sie sind alle auf verschiedenen Höhen angebracht, sodass man einen Überblick über die gesamte Bühne hat und auch klanglich fast alles mitbekommt. Ich freue mich wie ein kleines Kind über diese andere Art des Konzerterlebnisses und stehe fast die gesamte Zeit über an den Bullaugen.

Dima Slobodeniouk von der Bühnenkamera aus gesehen.

Dima Slobodeniouk von der Bühnenkamera aus gesehen.

Da nicht alle Musiker alle Stücke spielen, sind auch jetzt noch einige Menschen hinter der Bühne unterwegs. Man kann sich relativ normal laut unterhalten, ohne dass irgendjemand gestört wird.

So spannend der Blick hinter die Kulissen auch war, setze ich mich für die zweite Hälfte des Konzerts schließlich doch in den Zuschauerraum, um den Vergleich zu haben zwischen der Version von „Petruschka“, die ich am ersten Probentag gehört habe und der final erklingenden. Unglaublich, was Dirigent und Orchestermitglieder gemeinsam auf die Bühne gebracht haben!

Für den Kulturdonnerstag berichtete Dorothea Stahlke (Text und Fotos).

Mehr Informationen zur Kultur in Stuttgart gibt es unter www.stuttgart-tourist.de!



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